Unsere Geschichte

Im Jahr 1975 wurde von den Familien Klopfer, Schweiger, Heinisch, Perzlmaier und Pfanzelt eine Familiengruppe gegründet. Diese hatte die Idee, den Brauch des Dreikönigssingens durch "gestandene" Mannsbilder in der Pfarrei Maria Dorfen einzuführen.

In wochenlangem gemeinsamen Vorbereiten wurde ein altbayerisches Dreikönigslied dreistimmig mit Gitarrenbegleitung einstudiert. Natürlich mußten die Könige Kaspar, Melchior und Balthasar sowie der Sternträger standesgemäß eingekleidet werden. Die Familiengruppe scheute keine Mühen und besorgte Stoffe, teilweise edel für glitzernde Umhänge, teilweise praktisch für das Untergewand aus Filz. Dazu gehörte natürlich auch besonderer Kopfschmuck: Kronen unterschiedlichen Tragekomforts, Turban und Tücher wurden selbst angefertigt.

Um den zu besuchenden Familien eine zusätzliche Freude bereiten zu können, hat die Familiengruppe kleine Geschenke wie Strohsterne, Liedtexte, Weihrauchpäckchen sowie Süßigkeiten für Kinder vorbereitet.

Nach diesen Vorbereitungen galt es, die Durchführung des Dreikönigssingens zu organisieren. Mit nur einer Gruppe war natürlich das Gebiet sehr begrenzt. So wurde stundenweise in den Straßen der Pfarrei gesungen.

Der damalige Stadtpfarrer Hermann Eigner hat die Königsgruppe nach dem Besuch der Heiligen Messe am Dreikönigstag ausgesandt (siehe Foto der ersten Gruppe 1976). Anschließend besuchte die Dreikönigsgruppe soziale Einrichtungen in der Stadt Dorfen wie das Krankenhaus, das Schwesternheim, das Marienstift und die Bewohner des Pflegeheimes Algasing. Diese Tradition wird bis heute beibehalten.

Im Laufe der Zeit wurden die Könige mit ihrem Stern von vielen Familien bereits sehnsüchtig erwartet. Die Aufnahme war fast ausnahmslos äßerst herzlich und freundlich. Die Freude, die mit dem Gesang in die Familien getragen wurde kam zu den Sängern zurück. Leider konnten bei weitem nicht alle Wartenden besucht werden.

Um diesem Mißstand abzuhelfen und wegen der überaus erfreulichen Resonanz wurde das Dreikönigssingen von Jahr zu Jahr ausgebaut. So konnten nach einigen Jahren noch weitere "Könige" aus dem Kreis der Landjugend gewonnen und neue Gruppen gebildet werden. Auch das musikalische Repertoire hat sich erweitert. Ebenso wurden ausgeklügelte Routenpläne erstellt, um möglichst viele Familien in der stetig wachsenden Pfarrei besuchen zu können.

Die "Gründungskönige" konnten sich nach 15 Jahren hinter dem Stern langsam zur Ruhe setzen - und überließen den über vier Jahre eingeführten "Jungen" bereitwillig diese schöne Aufgabe.

Dazu wurde weiter Personal aufgestockt, seit 1993 wurde mit vier, ab 1999 mit fünf und im vergangenen Jahr sogar mit sechs Gruppen "nach Bethlehem gezogen". Bis heute haben 61 Personen beim Dorfener Dreikönigssingen mitgemacht.

Das Liedgut wurde Jahr für Jahr mit einem neuen, überlieferten oder speziell angepassten Lied erweitert. Mit Flötenspiel und Schellen am Stern versuchten wir, unsere Freude an der Musik im Dreikönigssingen auszudrücken.

Da die Musik nicht nur zur Dreikönigszeit Spaß macht, wurde Ende Januar 1996 dann als "Sommertherapie" der Männerchor Dorfen ins Leben gerufen. Klar, dass zur Dreikönigszeit dieser Chor nur ein Programm kennt ... und alle Dreikönigssänger sich gerne Zeit dafür nehmen!

Wir Dreikönigssänger erfreuten uns Anfang des neuen Jahres immer an den vielen schönen Erlebnissen: So ist es besonders schön, in leuchtenden Kinderaugen die Freude über unseren Besuch zu entdecken. Daß viele Kinder vor dem dunklen Kaspar etwas zurückschrecken, ist zu verschmerzen. Die "Sterne" dürfen auch bei großen Hunden immer zuerst durch die Gartentür - und sind immer wieder gut herausgekommen.

Bei allem Humor beeindruckt es tief, wenn man in das Glaubensleben vieler Pfarreimitglieder blicken darf, mit dem Weihrauch der Segen auf alle Hausbewohner und Tiere im Stall herabgerufen wird oder die letzten Pfennige bzw. Cent aus den Geldbörsen für die Anliegen der Dreikönigssänger ausgeleert werden. Natürlich werden diese sehr persönlichen Erlebnisse nicht weitererzählt.

Bis heute konnte bei den dreissig Dreikönigssingen eine Gesamtsumme von fast 155.000 € ersungen und vollständig weiter gespendet werden. Die beeindruckenden Dankesbriefe, welche wir das Jahr über aus den Projekten erhalten, freuen uns sehr und sind ein großer Ansporn, zu Jahresbeginn wieder in das noble Gewand zu steigen - und auch neuen Erscheinungen wie z.B. hinterlistigen Rauchmeldern offen zu begegnen.

Wir Dreikönigssänger danken allen, die uns immer gerne aufgenommen und unterstützt, sowie mit Ihrer großzügigen Spende unsere Projekte unterstützt haben. Wie jedes Jahr freuen wir uns auch heuer ßber Ihre Spende, die wir unseren Projekten in der Entwicklungshilfe wieder direkt zur Verfügung stellen.

(Dieser Text erschien im Dezember 2004 im Dorfener Anzeiger und im Kirchenanzeiger)


Die Heiligen Drei Könige

Der Evangelist Matthäus berichtet von Sterndeutern ohne eine Anzahl anzugeben. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, sich die Dreizahl dieser Sterndeuter zu erklären: Von der Zahl der mitgebrachten Geschenke (Gold, Weihrauch und Myrrhe) auf drei Überbringer zu schließen, ist naheliegend. Die Sterndeuter könnten aber auch die Anzahl der damals bekannten Kontinente (Europa, Asien und Afrika) oder die drei Lebensalter (Jugend, Erwachsener, Greis) repräsentieren.

Seit dem 9. Jahrhundert sind die Namen der "Könige" üblich: Caspar (Schatzmeister), Melchior (Gottesschutz) und Balthasar (Lichtkönig).

Die Reliquien der drei Sterndeuter sind heute im Kölner Dom zu sehen.


Als Erfinder des Sternsingens gilt übrigens der slowenische Salesianerpater Janez Rovan. Er rief im Jahr 1946 auf Anregung des damaligen Pfarrers in Globasnitz im Jauntal (Kärnten) die Idee des Dreikönigs-Singens zugunsten Bedürftiger ins Leben.

Die Sternsinger werden von der jeweiligen Pfarrgemeinde ausgesendet. Die Segensformel "C+M+B", die wir an den Türbalken schreiben, beteutet Christus mansionem benedicat (Christus segne dieses Haus).

Mehr zum Thema Sternsingen finden Sie unter anderem auf: Wikipedia